Die Gymphoniker

 

 

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Nach unmaßgeblicher Meinung des Verfassers ist für diesen


 Musik dann am schönsten (weil am reinsten), wenn Stimmen


 gleicher Gattung, aber unterschiedlicher Höhe, miteinander


 harmonieren. Dies gilt für das Streichquartett ebenso wie für


 das Blechbläserensemble, das Gitarrenduo und natürlich das


 Klavier, ob allein oder zu zweit (Blockflötenvereinigungen


 ausgenommen, sorry...).


Und da schon von Stimmen die Rede ist, stellt es folglich


 natürlich einen musikalischen Höhepunkt dar, einer


a-capella -Gruppierung lauschen zu können, was nur noch


 getoppt werden kann von dem Privileg, eine solche leiten


 zu dürfen.

 

 

Im Jahr 1998 gründete der engagierte Musiklehrer Burkhard

 Fries am Gymnasium Bad Königshofen ein solches, mit dem

 von seinem (nicht weniger emsigen) Musiker-Kollegen

 geführten Schulchor in keiner Weise konkurrierendes

 Vocalensemble, bestehend aus etwa 12 Musik-begeisterten

 Schülerinnen und Schülern.

 

In harten, aber dennoch vergnüglichen Probenstunden wurden

diverse Stücke aus dem Bereich der Unterhaltungsmusik

(wie z.B. “Lollypop“, “For the longest Time“ oder “Java Jive“

 einstudiert und bei Schulkonzerten sehr erfolgreich zur

 Aufführung gebracht.

 

Die Tatsache, dass bei einigen wenigen Titeln der “heilige

 Rahmen“ des reinen a-capella -Gesangs gesprengt wurde und

 die Begleitung durch ein Klavier vonnöten wurde, brachte den

 Verfasser, der zu jener Zeit seine Referendarszeit in “Kön“ zu

 verbringen das Vergnügen hatte, in Verbindung mit der

sangesfreudigen Truppe, jener seine bescheidenen Mittel auf

 dem Tasteninstrument zur Verfügung stellend.

 

 

Doch nicht zuletzt die Existenz dieses “prächtigen Häufleins“,

 das ohne ersichtlichen Grund vom anderen Schulmusiker als

 Rivale zum eigenen, musikalisch völlig andere Ziele

 verfolgenden Schulchor angesehen und -gefeindet wurde, war

 Grund fortwährender Zwistigkeiten zwischen beiden

Musikerkollegen. Da auch die Schulleitung sich nicht dazu

 durchringen konnte, einfach zu entscheiden, man möge dem

Kaiser geben, was des Kaisers ist (etc.), sah schließlich Herr

Fries keine Möglichkeit mehr denn einen Versetzungsantrag

zu stellen, welcher prompt genehmigt wurde.

 

Seiner Führung auf schulpolitisch und pädagogisch zweifelhafte

 Weise beraubt - handelt es sich bei der Gruppe doch immerhin

 um äußerst motivierte, ihre Freizeit opfernde, Teamwork im

 besten Sinne des Wortes praktizierende Schüler, also solche,

 die man sich als Lehrer nur wünschen kann – trat das

 Ensemble, eingedenk der gemeinsamen musikalischen

 Vergangenheit und ohne Aussicht, am Königshöfer “Gymmi“

 auf Ersatz hoffen zu können, an den Verfasser heran mit der

Bitte, künftig die Leitung zu übernehmen.

 

Aus vielleicht ersichtlichen, eventuell obigen Ausführungen zu

 entnehmenden Gründen unterschiedlicher Provenienz hatte der

 Verfasser, zu jener Zeit gerade seine Stelle als Kunsterzieher

 am Rhön-Gymnasium in Bad Neustadt /Saale antretend, die

Freude, zusagen zu können wie zu wollen.

 

 

Ein knappes Jahr lang fuhr er denn jeden Montag nach dem

Unterricht zur ehemaligen Einsatzschule, um dort in einem

 freundlicherweise von jener zur Verfügung gestellten

 Aufenthaltsraum für Fahrschüler auf einem seiner Lokalität

 entsprechendem Klavier die Proben zu leiten, da der

 Musikfachschaft-eigene Flügel selbstverständlich den

 offiziellen schulischen Belangen vorbehalten und deshalb mit

 einer ganz erstaunlichen Klavierdeckelzwinge verschlossen war.

 

Mit Ende des laufenden Schuljahres (99/00) erreichte den

 mittlerweile 12 Monate agierenden Notdirigenten des

 noch-schulnahen Vocalensembles ein Schreiben der

 Schulleitung in Bad Königshofen, in dem mitgeteilt wurde,

 dass “das Ensemble mit dem Abitur der betreffenden Schüler“

 – es handelte sich um nur 5 von mittlerweile

 15 Ensemblemitgliedern – “auslaufen“ würde.

Es wurde um Verständnis dafür gebeten, dass “Planung

und Durchführung zusätzlicher Aktivitäten in Musik“ unter

der Regie der Schulleitung und der Fachschaft Musik liefen und

 nunmehr die Zuständigkeiten in die Hände der zuständigen

Fachlehrer fielen...

 

 

Damit stand das Gymnasium Bad Königshofen als Probenort

 für musikalische Eigeninitiative übende Schüler nicht mehr

 zur Verfügung.

Seither treffen sich die einstmaligen “Könsonanten“, wie sich

das Ensemble trotz der stiefmütterlichen Behandlung seitens

 der Heimatschule lange Zeit nach dem Gründungsort nannte,

 etwa einmal in drei Wochen wochenendes in der privaten

 Behausung des derzeitigen Chorleiters, um zu musizieren, zu

 lernen, zu harmonisieren und natürlich...um Spaß zu haben,

 mit Rhythmus, Romantik, Reimen, Rhetorik und Rotwein...

 

 

Mittlerweile haben sich zu den Königshöfer Schülern (und

Ex-Schülern) auch einige der Rhön-Gymnasiasten aus

Bad Neustadt (und Umgebung) gesellt, so dass eine neue

Namensgebung nötig war. Was lag da näher als:

“ die Gymphoniker “?

 

Die bisherigen öffentlichen Auftritte des Ensembles, abgesehen

 von Schul-Veranstalungen, erstreckten sich bisher auf

 geistliche Veranstaltungen (Andachten im Rhön-Klinikum

Bad Neustadt/S., Klinikum Meiningen, Gottesdienste in

Römhild, Wolfmannshausen) und Konzertauftritte

(z.B. im Rahmen von “Light in the Dark“, Werneck)

 

Da sich das Ensemble mittlerweile ein recht beachtliches

Repertoir an Gospel und Spiritual -Liedern erarbeitet hat,

freuen sich die jungen Sängerinnen und Sänger über jedes

Engagement zu kirchlichen Anlässen, wie Gottesdienste,

Andachten, Hochzeiten etc...

Doch auch zu “profaneren” Anlässen wird gerne gesungen...

 

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